31.03.2026
Musik kündet von Liebe, Leid und Leben
Von Petra Steinmann-Plücker
Mehr Abwechslung geht wahrscheinlich kaum. Schon der Titel „… von Liebe, Leid und Leben“ des Jahreskonzerts des Musikvereins Zeutern (MVZ) versprach dem Publikum gewaltige Vielfalt. Auch dass der MVZ wie immer mit drei Orchestern beim jährlichen Konzerthöhepunkt aufwartet, ließ große Vielfalt vermuten. Der Musikverein hat im 130. Jahr seines Bestehens in der Mehrzweckhalle eine Kostprobe seines Könnens gegeben.
Schon das Jugendorchester mit seinen „jugendlichen und junggebliebenen Musikern“, so der Vereinsvorsitzende Peter Hafner, wusste zu beeindrucken. Unter der Leitung von Georg Hirsch erntete die Formation nach ihrem Ausflug in Filmmusik und Musical bereits Bravo-Rufe. Beim dritten Stück „Natural“, das der Dirigent speziell für das Jugendorchester überarbeitet hatte, unterstützte die Big Band des MVZ. Gemeinsam ließen sie mit volumenreichem Rhythmus die Mehrzweckhalle beben. Kaum hatte das Jugendorchester die Bühne für den alleinigen Auftritt der Big Band freigemacht, wurde es stockfinster. Was als „Intro“ im Programm stand, entpuppte sich im Hellen als der gewaltige Sound von „Also sprach Zarathustra“.
Mit ihrem Dirigenten Markus Hirsch führte die Band das Publikum durch Jazz, Swing und Pop. Und dass sie auch gesanglich, sogar in französischer Sprache, was draufhaben, bewiesen die Musikerinnen und Musiker als Background für die Sängerin Sabine Sitzler, die einmal mehr der Band zur Seite stand. Nach einem poppigen „Whats up“ unter Mitwirkung des Publikums unterbrach die Pause das Programm. Danach füllte das große Orchester die Bühne und startete, geführt von Jürgen Luft, direkt mit der technisch anspruchsvollen Ouvertüre „Alvamar“. Im folgenden Stück ließ Andrea Hasenfus mit ihrer Klarinette virtuos hören, welch hinreißenden Titel Artie Shaw mit seinem „Concerto für Klarinette und Orchester“ geschaffen hat. Besondere Akzente setzte Schlagzeuger Rüdiger Keller am Tomtom. Kaum war der letzte, unfassbar hohe Ton verklungen, brandete der Applaus durch die Halle.
Auch das nächste Stück führte in schwindelerregende Höhen – auf den Mont Blanc. Moderatorin Ramona Rothermel stimmte auf die Bergtour ein, sodass sich das Publikum ganz auf das musikalische Panorama von Sonnenaufgang bis Schneesturm einlassen konnte. Dabei kam der tosende Wind von einer eigens in Handarbeit von den Musikern Rüdiger Keller und Norbert Reiser gefertigten Maschine.
Wer dachte, nach der folgenden Reise durch Operette, Musical und die großen Hits von Michael Jackson, sei der Vielfalt Genüge getan, der irrte. Für die Zugabe kamen alle Formationen auf die Bühne, doch statt des vielleicht erwarteten Marschs erklang das prägnante Gitarrenriff von „Smoke on the Water“, gefolgt von einem mitreißenden Deep-Purple-Medley. Aber am Ende kam er dann doch, der Marsch. Mit „Berliner Luft“ verabschiedete sich der MVZ von seinem stehend applaudierenden Publikum, das vor Begeisterung ganz aus dem Häuschen war.
Quelle: Badische Neueste Nachrichten (BNN) | bnn.de
Bildimpressionen unseres Jahreskonzerts vom 28.03.2026




„550 Jahre in den Diensten der Blasmusik“ – Ehrungen für jahrzehntelanges Wirken im Ehrenamt

Alfred Ruf, der Bezirksvorsitzende des Bezirks Bruchsal beim Blasmusikverband Karlsruhe, ehrte insgesamt 13 Musizierende des Musikvereins Zeutern anlässlich des Jahreskonzerts am 28.03.2026. Diese kommen auf insgesamt 550 Jahre ehrenamtliches Engagement, das sich nicht nur durch das Musizieren am Instrument zeigt – so Alfred Ruf. Das beste Beispiel dafür sind Hans-Peter Zimmerer und Gebhard Reiser, die für 70 (!) Jahre Aktivität ausgezeichnet wurden. Dazu gehören permanente Übernahme von Verantwortung im Verein, sei es als Mitglied im Verwaltungsrat, in der Jugendarbeit, als Noten- oder Instrumentenwart, als Vizedirigent, Schriftführer, Kassier, Vorsitzender oder im Rahmen verschiedenster Vereinsaktivitäten. Aus der Aufzählung des 1. Vorsitzenden Peter Hafner wurde ersichtlich: Beide haben fast alles gemacht, was es an Aufgaben bei einem Musikverein zu machen gibt und sind deswegen auch bereits seit 1996 Ehrenmitglieder.
Aber auch die anderen 11 Vereinsmitglieder, die für 10 bis 60 Jahre Aktivität geehrt wurden, bringen nicht nur ihr musikalisches Talent ein, sondern sind häufig weit darüber hinaus engagiert. So wurden für 60 Jahre die Ehrenmitglieder Georg Hasenfus und Norbert Schlichter ausgezeichnet. Auf ein halbes Jahrhundert blicken Rüdiger Keller, Dieter Locher und Jürgen Neuner zurück, die ebenfalls Ehrenmitglieder sind. 40 Jahre Engagement ist bei Mathias Schmitt festzuhalten und für 30 Jahre wurden Eva-Maria Schroff und Cornelia Schanzenbach geehrt. Jürgen Hanser ist 20 Jahre aktiv und Elena Hanser und Julius Schade können auf 10 Jahre blicken.
Mathias Schmitt wurde zudem aufgrund seiner Verdienste und seiner langjährigen Aktivität auf Vorschlag des Verwaltungsrats vom Vereinsvorsitzenden Peter Hafner zum Ehrenmitglied ernannt.
Allen Geehrten herzliche Glückwünsche!



